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Collage zum Online-Stammtisch zum Thema Tik Tok. Bildnachweis: Amt für Jugendarbeit Bildnachweis: Amt für Jugendarbeit

11. Stammtisch „Jugendarbeit und digitale Lebenswelten“

Tik Tok: Gute Seiten, schlechte Seiten

Vor kurzem wurden neue Nutzerzahlen für die sozialen Netzwerke veröffentlicht. Dabei ließ eine Zahl besonders aufhorchen: Tik Tok, ein soziales Netzwerk, das kaum mehr als ein Jahr besteht, hat bereits 5,5 Millionen aktive Nutzer in Deutschland und liegt damit in einer Größenordnung vergleichbar Twitter oder Snapchat.

Tik Tok konnte in Deutschland seit Januar 2019 mehr als eine Million neue Nutzer gewinnen und gehört zu den am häufigsten heruntergeladenen Apps. Damit ist der deutsche Markt der größter Markt innerhalb Europas für die App und das, obwohl dieses soziale Netzwerk einen durchaus zweifelhaften Ruf hat.

Tik Tok: eine App des chinesischen Unternehmens Bytedance mit vorwiegend jugendlichen Nutzer*innen
Doch der Reihe nach. Im Unterschied zu Facebook, Instagram oder Snapchat ist Tik Tok kein amerikanisches Unternehmen. Tik Tok gehört dem chinesischen Technologieunternehmen Beijing Bytedance Technology, einem Marktführer bei der Nutzung künstlicher Intelligenz und Algorithmen zum maschinellen Lernen. Das Unternehmen hat die bereits bestehende Karaoke-App musical.ly gekauft und im August 2018 mit Tik Tok zusammengeführt. Tik Tok zieht insbesondere Menschen in der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren an, dabei überwiegend Mädchen mit einem Anteil von 60 Prozent an der Gesamtnutzung der App.

Tik Tok: Karaoke-App für vorwiegend jugendliche Nutzer*innen
Wie schon musical.ly bietet Tik Tok die Möglichkeit, kleine Musikvideos aufzunehmen, für die man sich aus der Datenbank der App vorher Songs auswählt. Die Musik können die Nutzer*innen dann lippensynchron mitsingen und mittanzen oder die Videos mimisch und gestisch anreichern. Sie können die Videos auch weiterbearbeiten, z.B. Farbfilter darüber legen, Sticker hinzufügen oder die Videos mit sogenannten Effekten anreichern, z.B. das Gesicht in ein Katzengesicht verwandeln oder Seifenblasen über das Video fliegen lassen -  Möglichkeiten, die man ähnlich auch bei Snapchat oder Instagram findet.

Tik Tok: Spaß durch eine Menge kreative Werkzeuge
Das fertige Video können die Nutzer*innen dann direkt in der App schneiden und dabei z.B. die Abspielgeschwindigkeit reduzieren, beschleunigen oder das Video rückwärts laufen lassen. Die App bietet insgesamt eine Menge kreative Werkzeuge, die einfach einzusetzen sind. Wie bei anderen sozialen Netzwerken auch, kann man die Videos anschließend speichern und teilen, sich selbst auf Tik Tok eine Community aufbauen oder anderen dort folgen und deren Beiträge liken und selbst gelikt werden.

Eine gute weiterführende Übersicht ist im Social Media Watchblog von Martin Fehrensen nachzulesen.

Tik Tok: Einsatz auch im Bildungsbereich
Diese kleinen Videos bringen zunächst erst einmal eine Menge Spaß. So war es auch auf dem Barcamp Kirche online im September 2019, wo ich Tik Tok gemeinsam in einer Gruppe ausprobiert habe. Eine Teilnehmerin meinte anschließend, sie könne sich den Einsatz sogar gut im Gottesdienst vorstellen. Nicht im Gottesdienst, aber vermehrt im Bildungsbereich wird Tik Tok bereits heute eingesetzt. Wer sich selbst davon ein Bild machen möchte, findet unter diesem Link eine Reihe von Beispielen.

Deutliche Schwachstellen bei Jugendschutz und Datenschutz
Doch wenn man etwas tiefer in den Aufbau der App schaut, wird die gute Laune wieder getrübt: Offiziell darf Tik Tok von Kindern ab 13 Jahren genutzt werden. Aber es gibt keine Alterskontrolle und das ist bereits eines der Probleme: Tik Tok wird vorgeworfen, nicht genügend für den Jugendschutz zu tun. Ähnlich wie bei musical.ly besteht auch bei Tik Tok die Gefahr, dass sexuell motivierte Erwachsene (Cybergroomer) oder Mobber zu den Nutzer*innen der Plattform Kontakt aufnehmen. Tik Tok hat darauf reagiert und ein Sicherheitsnetzwerk eingerichtet, das Inhalte mittels künstlicher Intelligenz überprüft. Bisher sind diese Richtlinien jedoch wenig transparent für Dritte.

Vorwurf der Zensur von religiösen oder politischen Inhalten
Weitere Vorwürfe gelten den Moderationsrichtlinien, bestimmte politische und religiöse Inhalte würden blockiert. Wie sicher sind die Nutzerdaten bei dieser App darüber hinaus gegenüber dem Zugriff durch die chinesischen staatlichen Stellen? Auch das ist offen. Bisher wehrt Bytedance solche Bedenken damit ab, dass alle Server von Tik Tok außerhalb Chinas stehen würden.

Prognose: Tik Tok wird sich als soziales Netzwerk etablieren
Doch trotz dieser Bedenken scheint es so, dass Tik Tok sich auch in Europa und in Deutschland als soziales Netzwerk etablieren wird. Und eines tut es schon jetzt: Jugendliche faszinieren. Und deshalb haben wir uns beim kommenden STammtisch zum Thema gemacht, denn unser Ziel ist es, die Lebenwelten Jugendlicher in den blick zu nehmen. Als Referenten haben wir Philipp von Stockhausen eingeladen, der uns die guten und die schlechten Seiten von Tik Tok vorstellen wird und uns die Möglichkeit gibt, darüber ins Gespräch zu kommen.

Als Experte beim 11. Online-Stammtisch zu Gast: Philipp von Stockhausen
Philipp von Stockhausen ist 39 Jahre alt und seit 2014 Kreisjugendpfarrer Im Kirchenkreis Hanau in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Über seine Einstellung zu Tik Tok sagt er: "Aus reiner Neugier bei TikTok gelandet, jetzt davon immer wieder privat fasziniert und dienstlich damit auf Entdeckungsreise."

Am 19. November 2019 wird er beim 11. Online-Stammtisch über diese Entdeckungsreisen berichten- und Sie haben die Gelegenheit, dabei zu sein.

Weitere praktische Infos und Anmeldung

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hbl, ms / 12.11.2019



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