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Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland.Copyright: Diakonie / Thomas Meyer Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland.Copyright: Diakonie / Thomas Meyer

epd-Landesdienst West, 27.11.2019

Diakoniepräsident Lilie: Mensch ist Technik nicht unterworfen

Köln (epd). Technik muss nach den Worten des Diakoniepräsidenten Ulrich Lilie dem Menschen dienen. „Er ist ihr nicht unterworfen“, sagte der Theologe am Dienstag auf der Tagung „Sind Bots die besseren Zuhörer?“ im Haus der Evangelischen Kirche in Köln.

Der Mensch dürfe von der Technik nicht als Akteur betrachten werden, der immerzu optimiert werden müsse. Technik könne dem Menschen keine Entscheidungen abnehmen. Sie blende aus, was den Menschen zum Menschen mache, betonte der Präsident der Diakonie Deutschland.

Künstliche Intelligenz könne aber die Teilhabe-Chancen vergrößern, sagte Lilie. Zudem könne sie beispielsweise im diakonischen Bereich Mitarbeitende entlasten, etwa bei der Dokumentation im Pflegebereich. Mediziner und Techniker hätten beispielsweise für Parkinson-Patienten einen Chip in die Schuhsohle integriert. Allein durch die Analyse der Schrittfolgen hätten sie eine um den Faktor 1.000 verbesserte medikamentöse Einstellung der Erkrankten erreicht, berichtete er.

Digitale Sprachassistenten wie Alexa könnten auch evangelische Morgenandachten abrufbar machen. Lilie forderte eine „theologische Kritik der digitalen Vernunft“. Gottes Wort habe sich schon vieler Formen der Kommunikation bedient. „Warum nicht auch Alexa?“ Aber: „Wir müssen über die Kriterien sprechen, die die Menschen-Maschinen-Interaktionen bestimmen sollen.“ Die unverlierbare Würde und Freiheit des Einzelnen sei aus christlicher Sicht Voraussetzung für eine freie und offene Gesellschaft.

Der rheinische Kirchenrat Ralf Peter Reimann und Ben Prause von der Firma Yext stellten auf der Tagung ein Pilotprojekt vor. Darin erhoben sie den Angaben zufolge Daten fast aller Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland und machten diese leichter bei Google und anderen Diensten auffindbar. „Viele Kirchen waren im Netz beispielsweise nicht mit einer postalischen Anschrift versehen“, berichtete Reimann. „Auch Telefonnummern suchte man oft vergeblich.“ Nun könnten Nutzer nach einer Kirche in der Nähe suchen und erhielten mit dem Treffer auf dem Smartphone auch gleich die Möglichkeit, die Gemeinde anzurufen. Das funktioniere sogar mit TripAdvisor, „weil Touristen häufig Kirchen suchen“.

Wichtig sei, dass die Daten der Kirchen im Netz überall identisch seien. „Sind sie das nicht, bestraft Google das mit einem schlechteren Ranking“, betonte Reimann. Die Zahl der Zugriffe habe sich seit Beginn des Pilot-projektes vervierfacht. Und die Zahl der Menschen, die nach einer Kirche in der Umgebung suchten, werde kurz vor Weihnachten noch einmal zunehmen, lautet seine Prognose.

Das Pilotprojekt der rheinischen Kirche war auch Thema auf der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vergangene Woche. Der EKD-Digitalexperte Christian Sterzik stellte der Synode das Projekt vor, und die Synodalen baten den Rat der EKD, das Projekt auf alle Landeskirchen auszudehnen.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd) West 

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des epd-West. 

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epd, ms / 02.12.2019



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