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epd-Landesdienst West, Nr. 154, 12.08.2020

Corinna Buschow (epd): Altersbericht fordert Internetzugang für mehr Ältere

Seit 1994 blicken die Altersberichte auf die Lage der Senioren in Deutschland, diesmal mit einem Fokus auf der Digitalisierung. Ein Ergebnis: Für viele Senioren sind digitale Angebote eine echte Hilfe. Längst nicht alle haben aber einen Zugang dazu.

Berlin (epd). Chatten mit den Enkeln, Online-Austausch mit dem Arzt, Bewegungstraining mit einem Computerspiel: Digitale Angebote bieten der älteren Generation Unterstützung und helfen, dabei zu sein. Sie werden in der Rentner-Generation aber sehr unterschiedlich genutzt - und das nicht aus freier Entscheidung oder Ablehnung. Die Nutzung hängt vom Bildungsstand und sozialem Status, Wohnort und auch Geschlecht ab, wie der am Mittwoch vorgestellte achte Altersbericht einer Sachverständigenkommission im Auftrag der Bundesregierung zeigt.
 

Demnach hatten 2017 in der Altersgruppe der 67- bis 72-Jährigen 95 Prozent der Senioren mit hoher Bildung Zugang zum Internet. Bei Älteren mit mittlerer Bildung waren es 76 Prozent, bei denen mit niedriger Bildung 55 Prozent. Ähnlich große Unterschiede zeigen sich in den Altersgruppen ab 73, wobei mit zunehmendem Alter der Anteil derjenigen mit Internetzugang insgesamt sinkt. In den Altersgruppen bis 66 Jahre sind die Unterschiede nach Bildungsstand wesentlich geringer und der Anteil derer, die Zugang zum Internet haben, ist insgesamt hoch: zwischen 82 und 93 Prozent.
 

Unterschiede gibt es auch zwischen den Geschlechtern. Während Frauen zwei Drittel der älteren Bevölkerung ausmachen, liegt der Anteil der Frauen bei der Internetnutzung in dieser Generation nur bei 40 Prozent. Auch der sozioökonomische Status und der Wohnort - ob Stadt oder Land - wirken sich auf Zugang zum Internet aus.
 

Zu den Empfehlungen der Kommission, die den Altersbericht erarbeitet hat, gehört daher auch die Forderung zu einem gerechten Zugang für alle. Konkret regt sie an, dafür Sorge zu tragen, in allen Wohnformen älterer Menschen Internetzugänge bereit zu stellen. Zudem müsse es in mehr öffentlichen Einrichtungen frei verfügbares Internet geben. Ärmere Ältere sollten finanziell bei der Anschaffung von Technik unterstützt werden, heißt es weiter. Weitere Empfehlungen zielen unter anderem auf mehr Unterstützung und Weiterbildung bei digitalen Angeboten und den Umgang mit Daten.

 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD), auch zuständig für den Bereich Senioren, sagte anlässlich der Vorstellung des Altersberichts, digitale Angebote müssten stärker an den Bedürfnissen Älterer ausgerichtet werden und Ältere dabei unterstützt werden, mit der Entwicklung Schritt zu halten. „Zugleich gilt es, die digitale Kluft, die es innerhalb der älteren Generation gibt, abzubauen“, sagte Giffey. Sie verwies auf die Förderung von Mehrgenerationenhäusern, die nach ihrer Ansicht eine wichtige Rolle beim Erlernen und Schaffen digitaler Angebote spielen.

 

Der Vorsitzende der Altersberichtskommission, Andreas Kruse, erläuterte, es gehe nicht nur um die Nutzung des Internets. Für Ältere relevant seien unter anderen die Möglichkeiten der Telemedizin, Computerspiele zur Unterstützung von Reha-Maßnahmen oder Pflegeassistenzsysteme, die Sicherheit böten, wenn Ältere noch eigenständig zu Hause wohnen, sagte der Direktor des Instituts für Gerontologie an der Uni Heidelberg. Es gebe noch eine Lücke zwischen dem, was technisch möglich ist und „dem, was wir daraus machen“, sagte Kruse und regte eine bessere Ausstattung von Einrichtungen an.

 

Der frühere Bundesminister und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, Franz Müntefering, appellierte auch an die Älteren selbst, sich selbst mit den Chancen auseinanderzusetzen und die Nutzung digitaler Angebote zu lernen. Die Digitalisierung sei keine Alternative, sagte er. Er verglich sie mit dem Führerschein. Den hätten früher auch wenige gemacht, heute sei er selbstverständlich, sagte er.

 

Zugleich warnte Müntefering vor einem Überschätzen digitaler Möglichkeiten. Ein großer Teil der Pflegebedürftigen sei schwer krank, bettlägerig oder habe kognitive Einschränkungen. Dass vor allem Menschen für sie da sind, bleibe wichtig.

 

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd) West

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des epd-West.

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epd, ms / 17.08.2020



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