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Akademiegespräch mit der freien Medienforscherin Nele Heise

Zur Rolle künstlicher Intelligenz im Medienwandel

Die Medienlandschaft ist schon länger im Umbruch. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bereits heute, welche Rolle kann sie zukünftig spielen? Im Gespräch mit Studienleiterin Hella Blum ist die Medienforscherin Nele Heise dieser Frage mit Blick auf Rundfunkangebote nachgegangen.

Unter künstlicher Intelligenz wird heute vor allem speziell programmierte Software verstanden, die je nach Programmierung sehr komplexe Rechenleistung weitgehend eigenständig durchführen kann. Im Rundfunk wird Künstliche Intelligenz bereits vor allem bei Bereitstellung und Dokumentation von Inhalten eingesetzt sowie bei der Analyse von Publikumsfeedback, das wieder in die Gestaltung neuer Angebote einfließt.

Im redaktionellen Bereich können solche Rechenprogramme z.B. einfache Zusammenfassungen von Beiträgen übernehmen, beim Schnitt von Beiträgen und im Bereich Multimedia eingesetzt werden, das Ausspielen von Beiträgen nach Regionen unterstützen oder als Chatbots häufige Höreranfragen beantworten und so den Kostendruck verringern. Der sog. Datenjournalismus kann investigatives journalistisches Arbeiten stützen. Hier wird das Merkmal der Künstlichen Intelligenz, große Datenmengen schnell und zielgerichtet verarbeiten zu können, zu Recherchezwecken eingesetzt.

Kurzum: Künstliche Intelligenz kann Journalist:innen viel Routinearbeit abnehmen, um mehr Raum zu schaffen für kreatives, journalistisches Arbeiten. Doch trotz Einsatz künstlicher Intelligenz bleibt die kuratierende Arbeit der Journalist:innen unverzichtbar. Davon ist Nele Heise überzeugt.

Allen Beteiligten müsse beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz jedoch bewusst sein, dass die erzielten Ergebnisse letztlich abhängig von den Vorgaben seien, die bei der Programmierung der Algorithmen eingespeist werden, so die Medienforscherin. Das verlange eine hohe Transparenz von den Beteiligten bei der Programmierung, eine breite Diskussion über eingesetzte Algorithmen und große journalistische Sorgfalt im Umgang mit den neuen Technologien.

Im Blick auf die nächsten Jahres sei es wichtig, zum einen für Rundfunkangebote neue Distributionskanäle z.B. über Smartspeaker oder Streamingplattformen bereit zu stellen, zum anderen die Interessen jüngere Nutzer:innen stärker zu erschließen: Wie kann ich diese Zielgruppe auf den (Social Media) Kanälen ansprechen, wo sie sich befinden? Für Nele Heise ist die Formatentwicklung eine zentrale Aufgabe für die Zukunft, Künstliche Intelligenz kann dabei auf ganz unterschiedliche Weise, wie im Gespräch dargelegt, die redaktionelle Arbeit unterstützen.

Zur Person:
Nele Heise ist freie Medienforscherin und Referentin für digitale Medien und Kommunikation. Ihr Tätigkeitsspektrum umfasst Vorträge, Seminare und Workshops, vor allem für Medienhäuser (u. a. NDR, BR, ARD/ZDF Medienakademie, ARD VoloLab), Bildungseinrichtungen (z. B. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bundeszentrale für politische Bildung) oder Unternehmen (Schindler GmbH, RMS Radio Marketing Service). Sie verfasst wissenschaftliche Expertisen, Analysen (bpb, WDR) und Gutachten, schreibt Gastartikel (u. a. der Standard) und berät Medienproduktionen und Veranstaltungen (z. B. re:publica).

Darüber hinaus ist sie Gründungsmitglied des transdisziplinären Netzwerkes Otherwise Network. Von 2011 bis 2014 war Nele Hiese Junior Researcher am Hamburger Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI), seit 2014 ist sie dort Associate Member.

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hbl, ms / 18.01.2021



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